Wer soll mich begleiten?


Hier gibt es zwei Dinge zu bedenken: zum einen die Art der Hebammenbegleitung, die Ihr Euch wünscht, zum anderen die Person oder die Personen, die Dich bei der Geburt begleiten.
Deine Begleitung kann große Unterstützung und Rückhalt bedeuten, wenn sie die Entscheidung im Kreißsaal dabei zu sein, selbst getroffen hat. Setze es nicht voraus, sprecht darüber. Für viele Frauen ist es selbstverständlich, dass der Partner bei der Geburt dabei sein möchte. Es machen schließlich alle so. Genauso denken einige Männer, dass die Frauen es von Ihnen erwarten. So können Missverständnisse durch Unausgesprochenes entstehen. Setzt dies nicht voraus, sprecht miteinander.

In manchen Familien ist es üblich die Mutter/Schwiegermutter oder Freundin zur Geburt mitzunehmen. Auch hier ist es wichtig, im Vorfeld zu vereinbaren, woran Deine Mutter/Schwiegermutter oder Freundin teilhaben kann oder möchte, welche Dinge Du lieber mit Deinem Partner erleben möchtest oder ob es etwas gibt, bei dem Du lieber allein sein willst. Eventuell gibt es auch etwas, wobei Dein Partner nicht dabei sein möchte. Viele Kombinationen sind hier möglich.

An die bereits getroffene Wahl des Geburtsortes schließt sich nun die Entscheidung für die Art der Hebammenbegleitung an. Möchtest Du in einer Klinik gebären, ist die Wahl zwischen einer diensthabenden Kreißsaalhebamme und einer Beleghebamme zu treffen.

  • Die Kreißsaalhebamme arbeitet im Schichtdienst in einer Klinik, in der Regel im Drei-Schicht-System. Sie betreut mit ihren Kolleginnen alle Frauen, die in den Kreißsaal kommen, auch ohne Anmeldung und ohne Kosten für die Gebärende. Meistens kennst Du die Hebamme vorher nicht. Solltest Du im Laufe der Betreuung feststellen, dass die Chemie nicht übereinstimmt, frage sie, ob eventuell noch eine weitere Kollegin im Dienst ist. Durch das Schichtsystem ist es möglich, dass Du, abhängig von der Geburtsdauer, von mehreren Hebammen betreut wirst. Macht sich Dein Baby doch noch nicht auf den Weg, ist es häufig möglich, auch wieder nach Hause zu gehen.

  • Die andere Möglichkeit, die es gibt, ist die einer Beleghebamme. Sie bietet eine 1:1-Betreuung an und ist durch vorherige Treffen mit Deinen Wünschen und Vorstellungen vertraut. Sie wird Dich in der Regel über die gesamte Geburtsdauer begleiten. Nur wenn die Geburt sich zu lange hinzieht, muss im Interesse aller über einen Wechsel nachgedacht werden. Oder mehrere Beleghebammen arbeiten im Team zusammen, Du lernst alle aus diesem Team kennen und eine dieser Hebammen hat Rufdienst, wenn Euer Kind sich auf den Weg macht.

  • Bei der außerklinisch-geburtshilflich arbeitenden Hebamme wird unterschieden in die Hebammen, die das Gesamtpaket aus einer Hand anbieten (also Vorsorgen, Geburtsbegleitung und Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme) und Hebammen, die in festgelegten Teams im Schichtsystem arbeiten. Auch hier wird sich das Team bemühen, dass Du alle Teammitglieder im Vorfeld kennenlernen kannst. Eventuell werden Vorsorgeuntersuchungen bei den verschiedenen Hebammen im Wechsel durchgeführt, damit Du zu allen ein Vertrauensverhältnis aufbauen kannst.
    Frage nach, in welchem System die Hebamme arbeitet, von der Du Dich betreuen lassen möchtest und nimm Dir etwas Zeit um zu entscheiden, ob dies mit Deinen Vorstellungen übereinstimmt.